<<<  |  Autofahren in Schweden
auch das trifft man manchmal auf Schwedens Autobahnen: gemütlich dahincruisende Straßenkreuzer aus den USA
klassische Haubenwagen sind auch in schweden schon selten geworden
die LKW sind über 25 Meter lang, also Vorsicht beim Überholen!
die Landschaft Schwedens wird charakerisiert durch Moorlandschaften...
...und Seen...
Regenbogen am Vätternsee
innerstädtisch sind bereits viele Elektroautos als Taxis unterwegs
Stockholm ist an vielen Stellen verkehrsfrei
In der Innenstadt ist Citymaut zu bezahlen
Blick auf Stockhom
grosszügig angelegte Autobahn mit breitem Grünstreifen in der Mitte
Parkplatz direkt am Meer
ab und zu sieht man den einen oder anderen Klassiker
Schärenlandschaft bei Navekvarn
Hafen von Navekvarn
Vätternsee bei Habo
Vätternsee bei Habo
Seenlandschaft bei Ryd
Seenlandschaft bei Ryd
interessante Dachgestaltung
Morgenstimmung am Åsnen
Achtung vor dem Elch!
Vollmond am Åsnen
Brücke über den Öresund
Insgesamt 6 Wochen waren wir bisher in Skandinavien mit dem Auto unterwegs und haben dabei einige Tausend Kilometer heruntergeradelt. Anfangs ist die Autofahrt auf den skandinavischen Straßen etwas gewöhnungsbedürftig, es dauert aber nicht lange, und man findet richtig Spass an der Fahrerei. Einige Besonderheiten möchte ich in diesem Artikel hervorheben, die uns aufgefallen sind.

1. Die Verkehrsdichte ist generell geringer als in Mitteleuropa. Selbst im Süden Schwedens, wo das Land noch relativ dicht besiedelt ist, kam es so gut wie nie zum Stau. Es ist viel Platz und die Straßen sind gut ausgebaut. Autobahnen sind zweispurig mit einem sehr breiten Grünstreifen in der Mitte.

2. Die LKW in Schweden sind grösser und schwerer als in Mitteleuropa (25,25 m lang und bis zu 60 Tonnen schwer). Bei Überholvorgängen muss die Länge einkalkuliert werden. Trotzdem war das Überholen so gut wie nie ein Problem. Die LKW sind generell zügig unterwegs und es gibt auf den Straßen immer genug übersichtliche Stellen, an denen man überholen kann.

3. Der Verkehr ist flüssig und stressfrei. Es wird weder gedrängelt, noch riskant überholt. Das liegt einerseits an den hohen Strafen bei Verkehrsübertretungen, anderseits auch an der Mentalität der Schweden.

4. Die Tempolimits sind niedriger als bei uns in Österreich. Auf Landstraßen gilt generell 70km/h, auf gut ausgebauten Straßen 90 und auf Autobahnen 110, in Ausnahmefällen 120. Das heisst aber nicht, dass man langsam unterwegs ist. Da es so gut wie nie zum Stau kam, erreichten wir auf den schwedischen Autobahnen eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit als z.B. in Deutschland. Die Tempolimits sind gut angekündigt, auch Radarmessungen werden durch Verkehrszeichen angekündigt.

5. Die Strafen für Geschwindigkeitsübertretungen, sind sehr hoch, teilweise ein Vielfaches der Strafen von Österreich. Bereits bei einer Übertretung von 1-10 km/h im Ortsgebiet wird eine Strafe von 2000 SEK fällig (ca. 220 Euro). Aus diesen Grund fahren die Schweden bei den Radaranlagen lieber einen Tick langsamer als erlaubt.
Eine Übersicht über die Bußgelder gibt es HIER:

6. Alkohol am Steuer wird nicht nur hart bestraft, sondern ist auch in der Gesellschaft verpönt. Im August 2016 trat eine schwedische Ministerin zurück, weil sie mit 0,2 Promille Alkohol im Blut (!) erwischt wurde. Das entspricht der erlaubten Obergrenze. Übertretungen werden hart bestraft, ab 1,0 Promille wird eine Gefängnisstrafe verhängt und der Führerschein für lange Zeit eingezogen.

7. Die Städte sind nicht besonders autofreundlich. In Stockholm und Göteborg wird Citymaut verlangt.
Infos dazu gibt es HIER:

8. Zudem sind die Parkplätze sehr rar und teuer. Wir waren bei unserer letzten Reise 6 Tage in Stockholm, das Auto stand in dieser Zeit beim Quartier, von dort hatten wir 5 Minuten zur U-Bahn. Generell kann ich nur jedem raten, Stockholm mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu bereisen. Der öffentliche Verkehr ist gut ausgebaut, modern und die Transportmittel selten überfüllt.

9. Die Treibstoffpreise in Schweden sind höher als in Österreich. Trotzdem waren wir günstiger unterwegs als hierzulande. Durch die gemütliche Fahrweise und das Nichtvorhandensein von Stau verbrauchte unser Wagen 1- 1,5 Liter weniger auf 100km als daheim.

10. Achtung vor dem Elch! In Schweden leben zwischen 300.000 und 400.000 Elche. die Tiere sind jährlich für mehr als 4000 Verkehrsunfälle verantwortlich, bei denen immer wieder Autofahrer schwer verletzt oder gar getötet werden. Die gelben Hinweisschilder sollte man ernst nehmen, ebenso die Lichthupe entgegenkommender Autofahrer. Befindet sich ein Elch auf der Straße, so muss man alles dran setzen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden: also Vollbremsung und Ausweichen. Lieber ins Gebüsch abbiegen, als eine Elch aufs dach bekommen.

11. Vorsicht, Greise unterwegs! Schweden hat nur ein wenig mehr Einwohner als Österreich, trotzdem ist die Anzahl der getöteten und verletzen Verkehrsteilnehmer weit geringer als in Österreich. Während unseres Aufenthaltes sahen wir lediglich einen leichten Verkehrsunfall. Trotzdem kam es ab und zu zu brenzligen Situationen im Straßenverkehr, für die immer wieder sehr alte Verkehrsteilnehmer sorgten.

Angesichts dieser Fakten sollte man meinen, dass Autofahren in Schweden keinen Spass macht, aber das Gegenteil ist der Fall. Es gibt kaum ein Land, in dem ich mich auf den Straßen derart Sicher gefühlt habe und dermaßen entspannt und günstig reisen konnte.

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