<<<  |  Die schnellsten Autos
Blitzen Benz © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Mercedes Benz W125 Stromlinienwagen © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Mercedes Benz 300 SLR, Nr. 722 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Mercedes Benz 300 SLR, Silberpfeil © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Jaguar D-Type © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Ferrari 250 GTO © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Lamborghini Miura © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Lamborghini Countach © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Ferrari 512 BB © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
AC Cobra © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Bizzarrini 5300 GT © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
ISO Grifo 7 Litri © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Ford GT 40 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Lamborghini Espada © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Mercedes Benz 300 SEL 6,3 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Porsche 911 Turbo © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Ferrari F40 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Jaguar XJ 220 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Bugatti EB-110 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Ferrari F50 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Ferrari Enzo © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Bugatti Veyron © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Koenigsegg CC © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Geschwindigkeit übt immer eine gewisse Faszination aus und seit der Erfindung des Automobils ist man ständig bestrebt, neue Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen. Erreicht heutzutage fast jeder Mittelklassewagen mühelos die 200km/h Grenze, so war dieses Unterfangen vor 100 Jahren ein wahres Abenteuer.
Sieht man sich die Autos aus dieser Zeit an, dann wird einem bewusst, dass nur extrem waghalsige Piloten mit solchen Geschwindigkeiten unterwegs sein konnten. Bob Burman war so einer: am 23. April 1911 fuhr er mit dem Blitzen Benz in Daytona Beach mehr als 200km/h, genauer gesagt 228,1 km/h.
Der weisse Rennwagen schöpfte damals 200 PS aus 21,5 Liter Hubraum und kann im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart besichtigt werden. Beim Anblick der schmalen Reifen und der urtümlichen Trommelbremsen steigt noch einmal der Respekt vor den Leuten, die damals in solche Kisten stiegen und auf Rekordfahrt gingen.

27 Jahre später stellte Rudolf Caracciola einen Weltrekord auf, der bis heute Gültigkeit hat: 432,7 km/h auf der Autobahn Frankfurt - Darmstadt; bis heute die höchste Geschwindigkeit, die je auf einer öffentlichen Strasse gefahren wurde. Der Wagen, ein vollverkleideter Mercedes W125, steht ebefalls im Mercedes-Benz-Museum. In den 30er Jahren gab es bereits mehrere strassentaugliche Fahrzeuge, die die 200km/h Marke überschreiten konnten: neben den Kompressor-Mercedes, den Bentley Blowers waren es auch die grossen Alfas mit ihren Reihenachtzylindern, die die 200km/h Marke erreichten.

Nach dem zweiten Weltkrieg hatte wieder einmal Mercedes die Nase vorne: Die Mercedes 300 SL galten als die schnellsten Serienfahrzeuge, die auf den Strassen bewegt wurden. Neben dem SL gab es noch den 300 SLR. Bestückt mit einem Reihenachtzylinder war der Wagen sowohl im Rennsport las auch im Strassenverkehr im Einsatz. Bei der Mille Miglia 1955 fuhr Sterling Moss mit dem Mercedes mit der Nummer 722 die Strecke in 10 Stunden 7 Minuten 48 Sekunden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug damals sagenhafte 157,62 km/h.

Neben Mercedes bauten auch Alfa Romeo, Aston Martin, Ferrari, Jaguar, und Maserati, sehr schnelle Fahrzeuge in den 50ern. Ende der 50er Jahre waren es vor allem die 250er Ferrari, die zu den schnellsten Strassenfahrzeugen zählten.

1964 bekam Ferrari Konkurrenz im eigenen Land: der Landmaschinenfabrikant Ferruccio Lamborghini hatte es sich zum Ziel gesetzt, bessere und schnellere Fahrzeuge zu bauen. Bereits die ersten Lamborghinis erreichten eine Geschwindigkeit von mehr als 250km/h. Im Jahr 1966 sorgte dann der spektakuläre Lamborghini Miura für Aufsehen: beinahe 300km/h für einen strassentauglichen Serienwagen waren das Ziel.
Wenige Jahre später konterte Ferrari mit dem 365GT4 BB. Der extrem flache Wagen hatte einen Zwölfzylinder-Flachmotor im Heck und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 302 km/h. Fast zeitgleich kam der kantige Lamborghini Countach auf den Markt. Der flache Flitzer mit den einzigartigen Scherentüren war ebenfalls für 300km/h gut und galt neben dem Ferrari lange Zeit als schnellstes Serienauto der Welt.
Neben dem Countach hatte Lamborghini noch weitere Rekordwagen im Programm: die Modelle Espada und Jaram galten lange Zeit als schnellste viersitziger Wagen der Welt.

Aber auch andere italienische Hersteller brachten Anfang der 70er Jahre sehr schnelle Autos auf den Markt: der Bizzarrini 5300 GT, der ISO Grifo 7 Litri, der Maserati Ghibli und der De Tomaso Pantera waren allesamt für hohe Geschwindigkeiten jenseits der 250km/h ausgelegt.

Ende der 60er Jahre gab es auch bereits Limousinen, die die 200km/h Marke durchbrechen konnten: Mercedes Benz baute mit der Baureihe W 108 einen sehr schnellen Wagen. Die V8-Varianten, allen voran der 300 SEL 6,3 zählten neben dem Maserati Quattroporte und dem De Tomaso Deauville zu den schnellsten Limousinen. 1975 brachte Mercedes den brachialen 450 SEL 6,9 der Baureihe W116 auf den Markt, dessen Beschleunigung dem damaligen Porsche 911 ebenbürtig war.

Porsche mischte Anfang der 70er Jahre massiv im Rennsport mit: die Porsche 917 zählten zu den schnellsten Wagen auf den Rennstrecken. 1971 stellte Helmut Marko mit dem niederländischen Beifahrer Gijs van Lennep beim 24-Stunden Rennen von Le Mans einen Rekord auf, der bis 2010 gültig war: 5335,313 Kilometer entsprachen einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 222,304 km/h. Die Porsche 917 erreichten damals Geschwindigkeiten von 400km/h. Mitte der 70er Jahre läutete Porsche mit dem 911 Turbo die Turbo-Ära ein. Waren die Turbos Anfangs noch kapriziös und unbeherrschbar, so nahmen sich im Laufe der Zeit immer mehr Herstellerr dieser Technologie an. Selbst Volvo und Saab bauten Turbos in ihere Limousinen ein und verhalfen ihnen auf diese Weise zu sportlichen Fahrleistungen.

Auch die italienischen Hersteller setzten auf die Turbo-Technologie: Ferrari entwickelte mit den Sondermodellen 288 GTO und F40 zwei ausserordentlich schnelle Sportwagen, Maserati setzte mit seinen Biturbos lange Zeit auf diese Technologie und auch Alfa und Fiat bauten Turbos ein.

Anfang der 90er Jahre erlebten die Supercars wieder eine Renaissance: die Marken McLaren und Bugatti wurden wieder zum Leben erweckt. Die Supersportwagen hießen Mc Laren F1 und Bugatti EB-110. Während der Bugatti auf Turbo-Technologie setzte, holte der Mc Laren die Leistung aus einem 6,1 Liter grossen V12. Auch Jaguar hatte einen Turbohammer im Programm: den XJ-220. Diese Wagen erreichten Spitzengeschwindigkeiten von weit mehr als 330 km/h. Der Mc Laren F1 war sieben Jahre lang das schnellste Serienauto der Welt und erreichte ein Spitzengeschwindigkeit von 391 km/h.

Im Jahre 2007 wurde diese Geschwindigkeit vom Bugatti Veyron überboten. Der Bugatti war das erste Serienfahrzeug, das die magische Grenze von 400 km/h überschritt. Ein Bugatti Veyron Super Sport mit 1200 PS hält auch den aktuellen Geschwindigkeitsweltrekord mit 431,1 km/h.