<<<  |  Kilometerfresser
Mercedes W123 Taxi in Athen © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Mercedes Ponton-Taxi © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Mercedes Heckflosse © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Volvo Amazon, dickes Blech, robuster Motor © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Volvo Amazon, dickes Blech, robuster Motor © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Ein Volvo P1800S ist am besten Weg, die 5 Millionen-Kilometer-Marke zu knacken.
Meinen Volvo 850 verkaufte ich mit 420.000km, er lief wie am ersten Tag, nur die Klimaanlage war kaputt.
400.000 Kliometer am Tacho - ohne Probleme, Volvo 850 © W. Simlinger
40 Jahre alte Autos in Caracas/Venezuela © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Mercury in Kolumbien, ein Alltagsauto für die ganze Familie © W. Simlinger
Mercury in Kolumbien, ein Alltagsauto für die ganze Familie © W. Simlinger
Bulli Transporter © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Minibusse in Indonesien: 24h/Tag, 365 Tage/Jahr im Einsatz
Auch wenn man's nicht glaubt: eine Wolga kommt (fast) immer ans Ziel.
Der Name ist Programm: ein Rolls rollt und rollt....
Auch für einen Chevy-Van ist irgendwann mal Schluss....
Ich staunte nicht schlecht, als ich dem Taxler über die Schulter blickte: da standen sage und schreibe 360.000km auf dem Kilometerzähler. Und das bei einem Auto, das gerade mal drei Jahre auf dem Markt war. "Ja, wir fahren viel, Krankentransporte, Flughafentransfers - da kommt einiges zusammen."
Auf meine Frage, was denn sein robustestes Auto gewesen wäre: "Mercedes, die hielten alle ewig, die 123er, auch die 124er, und dem 211er trau ich's auch zu."

In der Tat, die Mercedes Modelle dieser Baureihen sind wahre Dauerläufer. In Osteuropa, Afrika und im nahen Osten sind nach wie vor unzählige Mercedes-Limousinen im Einsatz, als Taxis, aber auch als unkaputtbare Familienkutschen. Mercedes Modelle sind quer durch alle Baureihen auf hohe Kilometerleitungen ausgelegt. Man findet KM-Millionäre bei den 190ern, bei den Baureihen Strich-8, W123, W124, W126 und auch bei den W140.

Als ich in den späten 80er Jahren durch Griechenland fuhr, waren noch einige Mercedes der Baureihe W120 und W110 als Taxis unterwegs. Angetrieben von einem 190er oder 200er Diesel hatten die Fahrzeuge die Beschleunigung einer Wanderdüne, aber gerade diese gemütliche Auslegung machte sie zu wahren Dauerläufern.
Neben den unkaputtbaren Mercedes Modellen gibt es aber eine grosse Anzahl anderer Fahrzeuge, die locker eine Million und mehr Kilometer schaffen. In Skandinavien findet man immer noch viele Volvos der Baureihen 120, 140 und 240, die seit Jahrzehnten als Alltagsauto ihren Dienst verrichten. Dickes Blech und zurückhaltende skandinavische Fahrweise sorgen dafür, dass hohe Kilometerleistungen erreicht werden. Mittlerweile haben selbst viele neuere Volvos der Baureihen 700 und 850 die Million erreicht und verrichten problemlos ihren Dienst.

Offizieller Weltrekordhalter ist ein Volvo P1800S im Besitz von Irving Gordon in den USA. Im September 2013 knackte der 47 Jahre alte Volvo die Drei-Millionen-Meilen-Marke. Das sind immerhin 4,83 Millionen Kilometer oder 120 Erdumrundungen.
In den USA und in anderen Teilen Amerikas gibt es mit Sicherheit noch mehrere Autos, die diese Kilometerleistung erreicht haben. Die V8-Motoren sind auf Laufkultur und Langlebigkeit ausgelegt, die gemütliche amerikanische Fahrweise verhilft vielen Fahrzeugen zu hohen Kilometerleistungen.
Nach wie vor beliebt ist der Chevy-Van. Dieser robuste Kleinbus ist heute noch in vielen Ländern Lateinamerikas als Sammeltaxi unterwegs. In Venezuela zählte ich einmal rekordverdächtige 18 Personen in einem Chevy-Van. Die Kilometerleistung der fahrzeuge kann aber nur mehr in den seltensten Fällen belegt werden: oft quittieren die Kilometer ihren Dienst bevor der Motor den Geist aufgibt.

Auch der beliebte Peugeot 504 ist noch in vielen afrikanischen Ländern im Einsatz. Dort werden diese Wagen oft hoher Belastung ausgesetzt: 10 Personen und mehr in einem Peugeot 504 Break sind keine Seltenheit. Auch VW-Transporter der Baureihen T1 und T2 sieht man in manchen Ländern noch immer als Sammeltaxi oder Kleintransporter im Einsatz.

In Asien sind es vor allem kleine Toyota-Busse, die unentwegt ihre Runden drehen, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Diese Kleinbusse gelten genauso wie der legendäre Toyota Land Cruiser als unkaputtbare Arbeitstiere, denen tropische Temperaturen, Staub, Monsunregen und holprige Strassen offenbar kaum etwas anhaben können.

Einen Sonderstatus bezüglich Langlebigkeit nehmen auch die fahrzeuge der Marke Rolls Royce ein. Man geht davon aus, dass noch ein hoher Prozentsatz der gebauten Fahrzeuge exisitiert, weitaus mehr als bei anderen Marken. Der Grund liegt auf der Hand: ein Rolls-Royce ist sozusagen ein mobiles Wohnzimmer. Man fährt nicht, man rollt entspannt durch die Landschaft.

Auch mein Volvo hat mit Sicherheit noch ein langes Leben vor sich: vor 4 Jahren verkaufte ich meinen Volvo 850, nachdem nach 425.000km der Starter kaputt ging. Der Wagen war bis zu diesem Zeitpunkt pannenfrei unterwegs, lediglich die Klimaanalge hatte schon früher den Dienst quittiert. Der Volvo hatte keinen Rost und noch immer den originalen Auspuff montiert. Er stand immer unter freiem Himmel wurde nie sonderlich gepflegt und diente als zuverlässiges Arbeitstier, das mich auf meinen Reisen von Spanien bis Montenegro, von den Niderlanden bis Süditalien begleitete.