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Knautschzone am Mercedes W111 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Knautschzone am Mercedes W111 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Knautschzone am Mercedes W111 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Knautschzone am Mercedes W111 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
"Wer wird Millionär" mit Günther Jauch: Der Deutsche Kandidat Mr. K schlägt sich wacker und räumt ab. Bei einer Frage steigt er aus: "Womit wird der Name Bela Bareny in Verbindung gebracht?"

Als Oldtimerfan schiesst mir ein Bild durch den Kopf - ein verbogener Mercedes auf der Retro Classics. Das Auto, ein alter W111 sieht ordentlich ramponiert aus. Ein massiver Aufprall gegen ein Hindernis. Und trotzdem sieht's im Innenraum noch gut aus: Der Fußraum im Fahrerbereich ist etwas eingedellt, aber immer noch genug Platz für die Beine, das Lenkrad leicht nach oben geneigt - die Insassen hatten gute Überlebenschancen.
Und das bei einem Auto, das fast 50 Jahre alt ist - ein Verdienst von Bela Bareny. Bareny wurde 1907 im niederösterreichischen Hirtenberg geboren und gilt als einer der Begründer der passiven Sicherheit im Auto. Nach Absolvierung der Volksschule in Preßburg, Bürger- und Realschule in Wien und Waidhofen an der Ybbs sowie einem ausgezeichneten Abschluss an der Privatfachschule für Maschinenbau und Elektrotechnik in der Siebenbrunnengasse 35 in Wien-Margareten sammelte er ab 1928 Berufserfahrung bei den Steyr-Werken in Wien, den Adlerwerken in Frankfurt, der Firma GETEFO in Berlin sowie der Société Pendelastic bzw. Soprotec in Paris.
Ab 1939 arbeitete Barényi auf Vermittlung seines Studienfreunds Karl Wilfert für die Daimler-Benz AG und machte die passive Sicherheit von Autos zu seinem Berufs- und Lebensziel. Barenys erstes Projekt war der Mercedes 170V Cabriolet, bei dem die Insassen im Falle eines Seitenaufpralls besser geschützt waren. 1951 gelang Barényi ein Durchbruch in der Sicherheitsentwicklung, als er die Grundlage der Sicherheitsfahrgastzelle zum Patent anmeldete.

Der 1953 präsentierte W120 ("Ponton Mercedes") war das erste serienmässige Auto, das mit Augenmerk auf passive Sicherheit konstruiert wurde. Das Konzept der definierten Knautschzone in Verbindung mit einer hochfesten Fahrgastzelle ist ein Meilenstein der passiven Sicherheit. In der im August 1959 präsentierten Oberklasse-Baureihe W 111, der „Heckflosse“, ging diese Innovation erstmals in Serie. 1963 erfand Barényi die „Sicherheitslenkwelle für Kraftfahrzeuge“ und ließ diese Technik patentieren. Als vollständiges System hatte diese Sicherheitslenkung 1976 in der Baureihe W 123 Premiere.