<<<  |  SUV Klassiker
Porsche Cayenne, Proportionen wie ein aufgeblasener Kleinwagen © Wolfgang Simlinger
ein dicker Hintern, will den jemand? © Wolfgang Simlinger
sowas sieht man höchstens bei Gumball © Wolfgang Simlinger
schade drum, obwohl es sich hier sogar um einen richtigen Geländewagen handelt © Wolfgang Simlinger
die G-Klasse hat als einzige Klassikerstatus © Wolfgang Simlinger
ob sowas in 20 Jahren mal jemandem gefällt? © Wolfgang Simlinger
der Range Rover hat bereits Kultstatus erreicht © Wolfgang Simlinger
eher was für's Kuriositätenkabinett © Wolfgang Simlinger
im Hintergrund noch der alte Range, auch den will keiner... © Wolfgang Simlinger
Puch G, als echter Geländewagen findet er vielleicht einen Retter © Wolfgang Simlinger
Pajero am Ende © Wolfgang Simlinger
ob den mal wer haben will? © Wolfgang Simlinger
Monatelang stand er beim Gebrauchtwagenhändler - ein Porsche Cayenne Turbo aus der 1. Generation. Ein 450 PS Fahrzeug mit nicht allzu hoher Kilometerleistung zum Preis eines Kleinwagens. Haben wollte ihn keiner. Alle paar Wochen wurde der Preis um ein paarhundert Euro gesenkt und irgendwann war stand er nicht mehr an seinem Platz.
Wohin der Wagen verkauft wurde, bliebt mir ein Rätsel, wahrscheinlich hat den Porsche ein ähnliches Schicksal erleidet wie viele andere SUV der 1. Generation: sie wurden zu einem Schleuderpreis an irgendeinen osteuropäischen Gebrauchtwagenhändler verscherbelt, der den Wagen dann weiter verkauft - irgendwo nach Albanien, Afrika oder in den nahen Osten.

Vor ziemlich genau 20 Jahren brachte Mercedes - Benz das erste SUV auf den Markt: die M-Klasse hatte etwas von einem Geländewagen, unterschied sich aber wesentlich in der Bauweise: im Gegensatz zur bewährten G-Klasse verfügte das neue Modell über eine selbsttragende Karosserie, während die G-Klasse auf einem stabilen Kastenrahmen aufgebaut ist. Diese Bauweise unterscheidet im wesentlichen die SUV von den richtigen Geländewagen. Geländewagen, wie der Land-Rover, der Puch G, der alte Toyota Landcruiser, der Willies Jeep sind ähnlich wie ein LKW aufgebaut, verfügen über Allradantrieb, Differentialsperre und ein Untersetzungsgetriebe. In der Klassikerszene haben Geländewagen bereits einen fixen Platz und eine eingefleischte Fangemeinde.
Ob SUV einmal den Klassikerstatus erreichen werden, ist fraglich.

Einige Gründe sprechen dagegen:

mangelnde Geländetauglichkeit: SUV sehen aus wie Geländewagen, sind vom Aufbau her aber selbsttragende PKW. Für den harten Geländeeinsatz fehlen ihnen wichtige Ausstattungsmerkmale. Für eingefleischte Geländefreaks stellen SUV keine Alternative dar, da sie aufgrund ihrer Bauweise, Bereifung, Getriebeabstimmung für Geländefahrten ungeeignet sind.

mangelnde Sportlichkeit: auch wenn SUV teilweise von starken Motoren angetrieben werden und sich mittlerweile auch Sportwagenhersteller der Produktion von SUV angenommen haben, so ist sportliche Fahrweise nicht die Stärke der SUV. Hohes Eigengewicht und vor allem der hohe Schwerpunkt sorgen dafür, das die Fahrzeuge auf Rennstrecken und kurvigen Strassen nur mühselig zu bewegen sind. Gegen Sportwagen haben sie auf der Rennstrecke keine Chance, selbst wenn die Motoren ein Vielfaches an Leistung abgeben. Während sportliche Fahrzeuge wie ein Mazda MX-5 bereits zu Lebzeiten zu Klassikern wurden und bei diversen Motorsportveranstaltungen regelmässig zu sehen sind, so dienen dort SUV bestenfalls als Zugmaschine für den Rennanhänger.

hohe Erhaltungskosten: SUV sind aufwändig verarbeitet und in der Regel stark motorisiert. Das führt zu hohen Betriebskosten und aufwändigen Wartungen. Viele Reparaturen können nur von einer Fachwerkstätte durchgeführt werden und überschreiten schnell den Zeitwert des Fahrzeugs.

mangelndes Prestige: Sammler stehen auf Spitzenmodelle. Bei so gut wie allen Herstellern, speziell bei den Premiummarken, spielt das SUV in der zweiten Liga. Top-Modell sind immer Sportwagen oder Limousinen. Für Enthusiasten haben diese Modelle immer höchste Priorität. SUV sind in den letzten Jahren zu Massenprodukte geworden und werden bestenfalls den Status eines Ford Taunus oder eines VW Jetta erreichen.

mangelnde Ästhetik: Klassikerfreunde stehen auf schöne Autos. Die teuersten Klassiker bestechen durch ausgewogene Proportionen und elegante Linienführung. Diese Attribute sucht man bei SUV vergebens. Fast alle SUV wirken von den Proportionen her wie aufgeblasene Kleinwagen. Einige Fahrzeuge, wie z.B. der BMW X6 haben bestenfalls die Chance, irgendwann als Kuriositäten einen Kultstatus zu erlangen und im gleichen Fahrwasser wie ein Ford Anglia oder ein Daimler SP 250 zu schwimmen.

Imageproblem: auch wenn sie sehr populär sind - SUV leiden bei vielen Leuten unter Imageproblemen. Ob als Hutfahrerkarre belächelt oder als Zuhälterschlitten verspottet - das Image so mancher SUV ist nicht immer optimal. Es kann aber sein, dass sich das Image im Laufe der Jahre ändert und ein ähnlicher Effekt wie z.B. beim Opel Manta oder den Mercedes Coupes eintritt: vom absoluten No-Go zur Kultkarre.

Dieselgate: der Dieselanteil bei den SUV ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Seit dem Dieselskandal kämpfen Dieselautos mit Imageproblemen und schlechten Wiederverkaufspreisen. Viele SUV werden in Zukunft davon betroffen sein und es ist davon auszugehen, dass die meisten Fahrzeuge in wenigen Jahren zum Preis eines Puch-Mopeds auf dem Markt angeboten werden.

Einige SUV werden bereits in wenigen Jahren auf dem Papier den Status eines Oldtimers erreichen, angesichts dieser Aspekte ist es aber eher fraglich, ob sich die Fahrzeuge in der Oldtimerszene etablieren können.