<<<  |  Schwarze Taferl
Dreistellige Nummer am Mustang von Conny © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Vierstellige Nummer © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Vierstellige Nummer am Rolls Royce © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Alfa Romeo © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Mercedes Benz 190 SL © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
VW Käfer © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Mercedes Benz 300 SL © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Jaguar © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
ÖAMTC Puch 500 mit dreistelliger Nummer © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Fiat 128 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Lamborghin Urraco © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
ÖAMTC Puch 500 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
VW Käfer, Zollwache © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
An meinem ersten Auto war noch eines montiert, auch als ich vor 11 Jahren meine Oldtimer kaufte, hingen sie noch an der Stoßstange - die Rede ist von den schwarzen Nummerntafeln.
Mittlerweile ist es 25 Jahre her, als in Österreich neue Nummernschilder ausgegeben wurden. 1988 wurde die Änderung beschlossen, ab 1. Jänner 1990 wurden nur mehr weisse Nummernschilder mit schwarzer Schrift ausgegeben.
Die schwarzen Nummernschilder sind bereits selten geworden: waren 2009 noch 280.00 Fahrzeuge bundesweit unterwegs, so waren es heuer nur mehr 220.000. Die meisten, nämlich knapp 67.000 gibt es noch in Niederösterreich. Aber auch hier ist die Zahl deutlich rückläufig. Weniger sind es Oldtimer, die noch eine schwarze Tafel montiert haben, hauptsächlich sind es Alltagsfahrzeuge, die sich oft im Besitz von älteren Personen befinden und nur mehr wenig gefahren werden. Nur ab und zu findet man auf Oldtimerveranstaltungen Fahrzeuge, die noch mit den alten schwarzen Nummernschildern unterwegs sind.

Der Einführung der weißen Tafeln war ein langwieriger Streit vorausgegangen. Der damalige Verkehrsminister Rudolf Streicher (SPÖ) und Friedensreich Hundertwasser waren die beiden größten Kontrahenten. Der Künstler vertrat die Meinung, die schwarze Nummerntafel mit weißer Schrift soll als „Visitenkarte der Nation“ erhalten bleiben und entwarf selbst eigene Nummernschilder mit dicker weißer Schrift auf schwarzem Grund.
Der Verkehrsminister argumentierte mit erhöhter Rückstrahlkraft und Lesbarkeit, der Möglichkeit von Wunschkennzeichen und der Abschaffung des Nummernadels.

An diesen sogenannten „Nummernadel“ kann ich mich noch gut erinnern: drei- und vierstellige Kennzeichen bekam nicht jeder. Sehr oft waren mit solchen Kennzeichen hohe Beamte und Politiker unterwegs. Bei Verkehrskontrollen wurde da schon mal ein Auge zugedrückt.

Damit war 1990 Schluss: die Nummern hatten nun folgende Form: Kürzel des politischen Bezirks (ein oder zwei Buchstaben) – Landeswappen – danach eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben. Bei Dienstfahrzeugen der Bundesbehörden ist statt dem Landeswappen das Bundswappen, bei Diplomatenkennzeichen ein Bindestrich aufgedruckt. Seit 2002 haben die Schilder links ein ein blaues Feld mit einem weißen „A“ unter dem EU-Sternenkranz. Wunschkennzeichen gegen Aufpreis sind möglich.

Von 1947 bis 1990 gab es keine Bezirkskürzel. Die Nummer begann mit dem Anfangsbuchstaben des jeweiligen Bundeslandes, also:
W für Wien
B für Burgenland
N für Niederösterreich
O für Oberösterreich
S für Salzburg
St für Steiermark
T für Tirol
V für Vorarlberg
K für Kärnten
Die Landeshauptstädte Linz und Graz hatten die Kürzel L und G.

Ab 1967 gab es noch eigene Kürzel für staatliche Institutionen:
BB für die Österreichischen Bundesbahnen
BG für die Bundesgendarmerie
BP für die Bundespolizei
BH für das Bundesheer
PT für die Post und Telegrafenverwaltung
ZW für die Zollwache
und ab 1977 auch noch JW für die Justizwache.

Neben den schwarzen Schilder mit weißer Schrift waren noch folgende Nummern im Umlauf:
schwarz mit gelbrotem, reflektierendem Balken für Kleinmotorräder
blau für Probefahrten
blau mit rotem Streifen für befristete Zulassungen (Zollkennzeichen)
grün für Überstellungsfahrten
rot für ausländische Anhänger, die mit einem österreichischen Zugfahrzeug gezogen werden sowie für Motorfahrräder (diese als kleines Hochformat mit Spitze unten, also fünfeckig).

Ab 1973 war in einigen Bundesländern das Nummernkontingent ausgeschöpft, deswegen entschied man sich, die 100er Stelle durch Buchstaben zu ersetzen. Ab 1979 gab es diese Systemerweiterung auch in Oberösterreich und der Steiermark.