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Transport des Ausflugsschiffs "Alpenperle" © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Transport des Ausflugsschiffs "Alpenperle" © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Saurer Diesel Zugmaschine © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Steyr Tornado 19.192 Zugmaschine © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
IVECO Titan Zugmaschine © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Faun Zugmaschine des THW © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Betonteile als Ballast, Transport von Betonteilen, Java © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Transport eines Turmstückes für Winkraftanlage, Felbermayr Mercedes Actros © Wolfgang Simlinger
Mercedes Actros Zugmaschine beim Transport eines 200 Tonnen Maschinenteils © Wolfgang Simlinger
MAN Zugmaschine beim Transport eines 200 Tonnen Maschinenteils © Wolfgang Simlinger
Mercedes Actros Titan Zugmaschine beim Transport Ausflugsschiffes © Wolfgang Simlinger
Mercedes Actros Titan Zugmaschine beim Transport Ausflugsschiffes © Wolfgang Simlinger
Volvo FH16/660 Zugmaschine beim Transport eines Turmstückes für eine Windkraftanlage © Wolfgang Simlinger
Steyr Zugmaschine von Felbermayr beim Transport eines Gasphasenreaktors der Firma Borealis © Wolfgang Simlinger
ÖAF 48.792 Zugmaschine von Felbermayr beim Transport eines 300 Tonnen Trafos in Wien © Wolfgang Simlinger
ÖAF 48.792 und Mercedes Actros Zugmaschinen beim Transport eines Trafos zum Reisseck Kraftwerk © Markus Lackner /Felbermayr
ÖAF 48.792 und Mercedes Actros Zugmaschinen beim Transport eines Trafos zum Reisseck Kraftwerk © Markus Lackner /Felbermayr
Scania R730 Fünfachs-Zugmaschine © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
EuroCombi LKW auf der Autobahn in Schweden © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
EuroCombi LKW auf der Autobahn in Schweden © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
EuroCombi LKW auf der Autobahn in Schweden © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Scania Haubenwagen 144G in Dänemark © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Faun Zugmaschine, Felbermayr © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Giganten der Landstraße

Der Transport von schweren Lasten ist immer eine technische Herausforderung. In unserer Gegend können sich noch einige Leute daran erinnern, als 1952 die Pummerin von St.Florian nach Wien transportiert wurde. Die Glocke wurde damals auf einem Tieflader mit jeweils einer Zug- und einer Schubmaschine nach Wien gefahren. Die Fahrt dauerte zwei Tage, die Steigungen der Strengberge wurden im Schritttempo absolviert.
Eine Last von 25t zu transportieren ist heutzutage kein wirkliches Problem mehr. Transporte von Windkraftteilen mit bis zu 80 Tonnen werden heute fast täglich durchgeführt. Trotzdem sind einige Transporte immer noch spektakulär.
Für den Transport eines Ausflugsschiffes von Linz nach Lipno in Tschechien mussten Stromleitungen abgehängt werden, Baume umgeschnitten werden und Leitplanken abgeschraubt werden.
Der Transport wurde von der deutschen Spedition Kübler durchgeführt, die sich auf Sondertransporte spezialisiert hat. LKW-Fahrer Frieder Saam gilt unter LKW-Freunden bereits als Legende: hat er doch schon viele spektakuläre Fahrten durchgeführt, so z.B. den Transport einer Boeing 747 ins Technik Museum Speyer, den Transport der Raumfähre Buran und den Transport des Ausflugsschiffs "Alpenperle" von Passau an den Weissensee.

Einer der bislang spektakulärsten Transporte wurde 2004 vom Hafen Albern ins Werksgelände der Firma Borealis durchgeführt. Ein ca. 600 Tonnen schwerer Behälter wurde auf dem Landweg transportiert, dort von zwei Gittermastkränen in eine vertikale Position gebracht und auf einen betonierten Sockel gehoben. Solche Einsätze erfordern exakte Planung und die Verwendung leistungsfähiger Technik.
Schwerlastzugmaschinen sind speziell für solche Zwecke aufgebaute Lastkraftwagen. Neben einer hohen Motorleistung benötigen diese Fahrzeuge vor allem einen speziellen Antrieb. Eigens angefertigte Getriebe übertragen die Motorleistung auf mehrere Antriebsachsen. Im Extremfall verfügen solche Fahrzeuge über 4 oder sogar 5 Antriebsachsen. Zusätzlich muss für ausreichende Kühlung von Motor und Getriebe gesorgt werden, da die Fahrzeuge sehr oft mit niedrigen Geschwindigkeiten unterwegs sind. Viele Schwerlastzugmaschinen sind Einzelanfertigungen oder Spezialumbauten, die in Kleinserien produziert und an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden.
Dass es für derartige Kombinationen starke Zugmaschinen braucht, ist verständlich. Während man im Fernverkehr meist Sechszylinder mit einer angetrieben Achse als Zugmaschinen einsetzt, so werden im Schwerlastverkehr bevorzugt V8 Maschinen mit zwei oder mher angetriebenen Achsen verwendet.

Ein besonderes Fahrzeug hat die Firma Felbermayr im Einsatz: der ÖAF 48.792. Bie dieser Zugmaschine handelt es sich um den stärksten LKW im Felbermayr Fuhrpark und wahrscheinlich auch um den weltweit stärksten Lastwagen mit Strassenzulassung. Die Zugmaschine wurde 1991 bei ÖAF gebaut und war ursprünglich mit einem 792 PS starken V12 Motor ausgestattet, der später durch einen stärkeren Motor mit ca. 1000 PS ersetzt wurde. Die Kraftübertragung erfolgt über eine 7-Gang Getriebe von Renk. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 44 Tonnen, die Maschine ist aber in der Lage, Lasten von über 300 Tonnen zu ziehen. Das Fahrzeug kann sowohl als Sattelzugmaschine, wie auch als Zugmaschine mit Ballastaufleger genutzt werden.

LKW-Züge über 40 Tonnen Gesamtgewicht gelten in Österreich als Schwertransport. Anders sieht das Bild in Skandinavien aus: ein Grossteil des Güterverkehrs auf der Landstrasse wird mit sogenannten Euro Combis transportiert. Das Gesamtgewicht dieser LKW ist auf 60 Tonnen beschränkt, die Gesamtlänge darf 25,25m nicht überschreiten.
Die LKW sind in unterschiedlichen Layouts unterwegs. Die häufigste Kombination ist ein Gliederzug, bestehend aus einem dreiachsigen Motorwagen und einem Anhänger mit 4 oder 5 Achsen. Der Anhänger besteht aus einem Sattelaufleger mit Dolly. Seltener findet man die Kombination von Sattelzug und Tandemanhänger, sowie die Kombination Motorwagen mit zwei Tandemanhängern.
Eine weitere Variante ist die Kombination einer Sattelzugmaschine mit zwei Sattelauflegern. Diese EuroCombi-Variante wird auch B-Train, B-Douple oder Super-B genann. Um diese Kombination überhaupt bilden zu können, verfügt der erste Auflieger als Wechselrahmen-Chassis hinter der Zugmaschine über eine fest verbaute zweite Sattelkupplung und der zweite Sattelauflieger kann baulich identisch mit einem herkömmlichen Auflieger sein. Dieser fahrdynamisch stabile doppelte Sattelzug hat ein schlechtes Kurvenfahrverhalten des zweiten Aufliegers, weil er deutlich zum Kurveninneren zieht und auch die Rangierbarkeit ist eingeschränkt. Zum Transport von großen Lasten, also als 60-Tonner, ist diese Variante in Skandinavien sehr gebräuchlich, da das gesamte Gewicht auf den bis zu 10 Achsen gleichmäßig verteilt werden kann. Außerhalb von Skandinavien ist diese Variante im EWR kaum anzutreffen.

In Schweden sind bereits seit den 70er Jahren überlange LKW mit eine Gesamtlänge von 24m zugelassen, 1997 wurde die Gesamtlänge auf 25,25m erhöht. Schwedens Verkehrsbehörde Vägverket experimentiert mit einer 30-Meter-LKW-B-Train-Kombination, bestehend aus einer 6x4-Zugmaschine und einem Doppelauflieger. Der Schwedenkombi, kurz ETT (En Trave Till – Ein Stapel Mehr), kann einen Stapel Holz mehr laden als die dort herkömmlichen Züge. So kommt der komplette Zug auf ein zulässiges Gesamtgewicht von 90 Tonnen. Vägverket setzt die drei geplanten Kombinationen in Kooperation mit Volvo Trucks als Zugfahrzeughersteller und Skogforst als Betreiber der Züge im Norden und im Westen von Schweden ein. Der vorgestellte Testzug in Göteborg, ist auf der ca. 160 km langen Strecke zwischen Överkalix im Nordosten und der Hafenstadt Piteå unterwegs. Mit nur 80 Meter Höhenunterschied und maximal vierprozentigen, kurzen Anstiegen ist die „Teststrecke“ ideal.

Obwohl in Skandinavien zahlreiche Lang-LKW unterwegs sind, gibt es wenig Probleme mit den überlangen Fahrzeugen. Die Strassen sind gut ausgebaut, die Infrastruktur ist so ausgelegt, dass Stadtgebiete nicht mit den langen Fahrzeuge befahren werden. Die Autofahrer sind zudem an die grossen LKW gewöhnt und überholen nur an Stellen, an denen ein problemloses Überholen möglich ist.

mehr Bilder vom 3. OÖ Nutzfahrzeug Veteranen Treffen 2014 im Motorclassic-Archiv:

mehr Bilder vom 3. OÖ Nutzfahrzeug Veteranen Treffen 2014 im Motorclassic-Archiv (Fotos von Klaus Schütz):

mehr Bilder vom 2. OÖ Nutzfahrzeug Veteranen Treffen 2011 im Motorclassic-Archiv:

mehr Bilder vom 1. OÖ Nutzfahrzeug Veteranen Treffen 2008 im Motorclassic-Archiv:

www.felbermayr.cc

www.prangl.at

www.kuebler-spedition.de