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Weit ins Dach ausgeschnittene Türen beim Ford GT40 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Mercedes 300 SL Flügeltürer © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Mercedes 300 SL Flügeltürer © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Mercedes 300 SL Flügeltürer © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Flügeltüren beim De Lorean DMC12 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Flügeltüren beim De Lorean DMC12 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Mercedes Benz C-111 mit Flügeltüren © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Lamborghini Countach mit Scherentüren © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Lamborghini Countach mit Scherentüren © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Lamborghini Countach mit Scherentüren © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Lamborghini Diablo mit Scherentüren © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Lamborghini Murcielago mit Scherentüren © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Ferrari Enzo mit Scherentüren © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Bugatti EB-110 © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Citroen 2CV mit hinten angeschlagenen Türen © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Citroen 2CV mit vorne angeschlagenen Türen © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Steyr Puch 500 mit hinten angeschlagenen Türen © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
BMW Isetta - Einstieg von vorne © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
Der Kleinschnittger hat gar keine Türen © Wolfgang Simlinger für motorclassic.at
In diesem kleinen Feature geht es um Fahrzeugtüren. Viele werden sich denken, eine Tür ist nichts Besonderes. Immerhin sind wahrscheinlich 99% der Fahrzeugtüren nach dem selben Schema aufgebaut: vorne angeschlagen, nach hinten aufklappbar, überwiegend aus Blech gefertigt, versehen mit einer versenkbaren Seitenscheibe, einem Türgriff und einem Schloss. Bei neueren Fahrzeugen kommen noch Extras dazu, wie z.B. Lautsprecher, Multifunktionstasten für die Zentralverriegelung und das Einstellen der Außenspiegel und diverse Sicherheitseinrichtungen.

Während die ersten Fahrzeuge einer Kutsche ähnelten und ohne Türen ausgeführt waren, so wurden ab 1900 immer mehr geschlossene Aufbauten mit Türen hergestellt. Diese Türen sorgten einerseits dafür, dass die Insassen vor Wind und Wetter geschützt waren und boten zudem eine Schutzfunktion gegen das Hinausfallen.
Anfangs waren die Türen überwiegend hinten angeschlagen und klappten nach vorne auf. Das ermöglichte einen bequemen Einstieg. Als die Fahrzeuge höhere Geschwindigkeiten erreichten, erhielten diese Türen aber den Beinamen „Selbstmördertüren“. Waren die Türen nicht gut geschlossen, so führte das bei hohen Geschwindigkeiten dazu, dass sie selbsttätig aufklappten und die Fahrgäste nach außen stürzten.
Ab den 60er Jahren wurden daher ausschließlich Türen verbaut, die vorne angeschlagen waren.

Neben den sehr populären Klapptüren gibt es aber auch andere Konstruktionen, auf die ich kurz eingehen möchte:

Flügeltüren:
Diese Art der Tür wurde erstmals 1952 im Mercedes Benz 300 SL eingesetzt. Diese Konstruktion war eigentlich eine Notlösung. Aufgrund der Bauweise mit einem sehr weit nach oben gezogenem Rohrrahmen konnte der Wagen nicht mit normalen Türen ausgestattet werden. Also wurden Türen konstruiert, die in der Dachmitte angeschlagen warn und nach oben klappten. Diese Bauart ermöglichte einen halbwegs komfortablen Einstieg in den Wagen. Die Flügeltüren hatten aber auch erhebliche Nachteile: kam der Wagen nach einem Überschlag auf dem Dach zu liegen, konnten sie nicht geöffnet werden. Durch die relativ kleinen Seitenfenster konnte zudem für keine ausreichende Belüftung gesorgt werden. Hohe Temperaturen im Innenraum waren die Folge dieser Konstruktion. Neben dem Mercedes Benz 300 SL wurde in den 70er Jahren auch das Versuchsfahrzeug Mercedes Benz C-111 mit Flügeltüren ausgestattet. Der De Lorean aus den 70er Jahren erhielt ebenso Flügeltüren. Daneben gab es eine reihe von Kleinserienfahrzeugen und Prototypen, die ebenfalls mit Flügeltüren ausgestattet waren, aber am Automobilmarkt bedeutungslos blieben. 2009 brachte Mercedes Benz den SLS AMG auf den Markt. Ein Supersportwagen, der in Anlehnung an den legendären 300SL gezeichnet wurde. Die Flügeltüren des Fahrzeugs haben jeweils 18kg und werden im Falle eines Unfalls durch kleine Sprengsätze abgesprengt.

Scherentüren:
Diese Türen werden oft mit den Flügeltüren verwechselt, sind aber nach einem komplett anderen Schema aufgebaut. Die Türen sind vorne angeschlagen und klappen nach oben auf. Bekannt wurden diese Türen beim Lamborghini Countach, dem ersten Serienfahrzeug mit dieser Konstruktion. Spätere Lamborghini Modelle wie der Diablo, der Murcielago und der Aventador wurden ebenfalls mit diesen Türen ausgestattet, die sich mittlerweile zum Markenzeichen von Lamborghini entwickelt hatten. Aber auch andere Supersportwagen wie der Bugatti EB-110, Mc Laren F1 der Mercedes Benz McLaren SLR und der Ferrari Enzo wurden mit ähnlich konzipierten Türen bestückt. Auch in der Tuning-Szene sind diese Konstruktionen beliebt. Immer wieder sieht man herkömmliche Fahrzeuge und Kleinwagen, die mit hohem Aufwand umgebaut wurden und mit Flügel- oder Scherentüren ausgestattet sind.

Schiebetüren:
Ursprünglich wurden Schiebtüren nur bei Bussen und Lieferwägen eingesetzt. Sie hat den Vorteil, dass sie seitlich keinen Raum benötigt, in dem sie aufschwenken kann, sondern seitlich am Fahrzeug entlang gleitet. Somit ist auch bei beengten Raumverhältnissen ein Beladen des Fahrzeugs möglich. Beim VW Transporter war die erste Serie noch durchgehend mit Klapptüren ausgestattet. Der T2 hatte aber auf der dem Fahrer abgewandten Seite eine große Schiebetür, die einen bequemen Zutritt zum hinteren Fahrzeugteil ermöglichte. Dieses Konzept wurde beim VW Transporter bis heute beibehalten und bei vielen Vans und Kleinbussen übernommen. Selbst Kleinwagen und Kombilimousinen werden heute zunehmend mit Schiebetüren ausgestattet.

Neben diesen populären Türformen gibt es immer wieder kuriose Konstruktionen, die sich aber langfristig nicht durchsetzen konnten. So erfolgt zum Beispiel bei der BMW Isetta der Einstieg durch eine Tür von vorne, in die Kabinenroller der 50er Jahre stieg man von oben ein und manche Fahrzeuge, wie der Kleinschnittger oder diverse Roadster haben gar keine Türen. Auch BMW setzte mit dem Z1 auf ein Türkonzept, das in keinem anderen Fahrzeug Verwendung fand. Beim Roadster BMW Z1 ließen sich die Türen elektrisch im Seitenschweller versenken.