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ein Klassiker unter den Wohnmobilen - Hymermobil © Wolfgang Simlinger
unser Elnagh, Alkoven-Typ auf Fiat Ducato Basis © Wolfgang Simlinger
in Schweden treffen wir auf Camper, die mit alten T2 unterwegs sind © Wolfgang Simlinger
fast überall in Norden findet man nette Campingplätze © Wolfgang Simlinger
7.5-Tonner von Concorde - ein Wohnmobil der Luxusklasse © Wolfgang Simlinger
7.5-Tonner von Concorde - ein Wohnmobil der Luxusklasse © Wolfgang Simlinger
umfangreiches Angebot an Wohnmobilen am Caravan Salon in Wels © Wolfgang Simlinger
umfangreiches Angebot an Wohnmobilen am Caravan Salon in Wels © Wolfgang Simlinger
umfangreiches Angebot an Wohnmobilen am Caravan Salon in Wels © Wolfgang Simlinger
Wohnanhänger im Retro-Design am Caravan Salon in Wels © Wolfgang Simlinger
eine fahrbare Campinghütte wirkt gemütlich © Wolfgang Simlinger
2 Achsen und eine Gesamthöhe von 4m machen die Hütte transportabel © Wolfgang Simlinger
7,5-Tonner auf Basis eines Mercedes Atego © Wolfgang Simlinger
luxuriöse Schlafkabine im Carthago © Wolfgang Simlinger
WC-Schüssel mitten im Raum, umgeben von Teppichboden - irgendwie gruselig © Wolfgang Simlinger
Haben wir vor eingen Jahren noch darüber gelacht - ein Wohnmobil, das ist was für Pensionisten. Und heuer sind wir selber damit unterwegs. Nach zwei Skandinavienreisen mit dem PKW brauchte ich ein wenig Zeit zum Eingewöhnen. Eine kurze Probefahrt - und wir übernahmen den Wagen. Zuerst musste er mal eingeräumt werden. Obwohl er sehr gut ausgestattet war und Kochgeschirr, Teller und Besteck vorhanden waren, dauerte es einen Tag, bis wir alles verstaut hatten. Man hat Platz und dementsprechend nimmt man auch viel mit. In der Heckgarage war zudem noch Platz für den Griller, drei Fahrräder, Hängematten, einen Campingtisch und Stühle. Im Hängekasten war genug Platz für die Kleidung, auch Proviant nahmen wir genug mit. Wir brauchten einige Zeit, bis wir alles verstaut hatten und mussten zwischendurch ein paarmal umräumen. Aber irgendwann klappte es doch - alles war verstaut und wir konnten am frühen Nachmittag starten.
Die ersten Kilometer auf der Autobahn gestalteten sich schwierig. Ich war gewohnt, mit Autos zu fahren, die nicht einmal halb so hoch waren, wie das Wohnmobil. Insgesamt 20m2 Seitenfläche, und mehr als 7m2 Stirnfläche - da spürt man den Wind. Auf den ersten Kilometern herrschte starker Seitenwind und bei jedem Überholmanöver musste ich das Lenkrad fest in der Hand halten.

Der Wagen, mit dem wir in den nächsten drei Wochen unterwegs sein werden, ist ein sogenannter Alkoven-Typ. Als Grundfahrzeug dient ein Fiat Ducato mit 130PS und Sechsganggetriebe. Der Aufbau wurde von der Firma Elnagh in Mailand hergestellt. Alkoven-Camper besitzen eine grosse Schlafkabine über dem Führerhaus, sowie einen Schlafbereich im Heck. Insgesamt können hier 4 Personen bequem schlafen. Baut man die Sitzecke um, indem man den Tisch nach unten senkt, so gewinnt man hier noch zwei zusätzliche Schlafplätze. Der Wagen ist daher für sechs Personen zugelassen, zu dritt ist es daher sehr bequem. Neben den Schlafplätzen gibt es auch noch eine Kabine, die Dusche und WC beinhaltet, sowie einen gut ausgestatten Küchenblock. Unter der Küche, sowie oberhalb der Sitzecke sind genug Staufächer für Lebensmittel, Kleidung und Krimskrams. Alkoven-Camper sind bei Familien mit Kindern sehr beliebt, auch unsere Tochter hatte die große Schlafkabine über dem Führerhaus gleich am ersten Tag okkupiert.
Nicht zu vergessen auch die Abmessungen: 7m Länge, über 3m Höhe und fast 2,8m Breite über Spiegel...da muss man sich schon mal überlegen, welchen Waldweg man nimmt und wo man sich den Umkehrplatz aussucht. Der Aufbau ist ca. 20cm breiter als das Führerhaus. Gerade bei Mautstellen tut man sich hier schwer: man muss die Hand schon sehr weit aus dem Fenster strecken, um zur Bezahlstelle zu gelangen, gleichzeitig kommt der breite Aufbau den Leitplanken schon sehr nahe.

Auch der mehr als 2m lange Überhang am Heck ist zu beachten. Bei Wendemanövern im Gelände oder beim Rangieren auf unebenen Campingplätzen musste Liz manchmal aussteigen und die Bodenfreiheit kontrollieren. Als wir in Österreich starteten, kam uns unser Wohnmobil sehr gross vor, in Skandinavien stellten wir fest, dass dort noch viel grossere Mobile unterwegs waren. Wir sahen Wohnmobile, die die Grösse eines Reisebusses hatten, Fahrzeuge mit drei Achsen oder Zwillingsbereifung und einem Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen und mehr.

Sobald wir die deutsche Autobahn hinter uns gelassen hatten, machte die Fahrt richtig Spass. Ab Dänemark gab es praktisch keine Baustellen mehr und wir konnten problemlos überholen. Wir fanden auch immer geeignete Parkplätze für unser Fahrzeug, lediglich einige Nebenstrassen waren etwas schwierig zu befahren.

Ist man mit dem Wohnmobil unterwegs, muss man sich an einen gewissen Geräuschpegel gewöhnen. Es ist praktisch unmöglich, so ein Fahrzeug einzuräumen, ohne dass irdendwas scheppert. Entweder sind es die Kleiderbügel, das Geschirr, der Putzkübel oder irgendein Teil in der Heckgarage, das ein Geräusch verursacht. Aber daran gewöhnt man sich schnell.Späteststens nach der ersten Übernachtung hatten wir das Fahrzeug lieb gewonnen. Wir schliefen ausgesprochen gut, die Geräuschdämmung am Schlafplatz war gut und auch das Raumklima war angenehm. Nach drei Wochen Skandinavien stellten wir fest, dass es die optimale Art ist, die Länder im Norden zu bereisen. Wir waren unabhängig von Hotelbuchungen, freies Campieren ist in Schweden ausserhalb der Ortschaften erlaubt. Auf diese Weise fanden wir manchmal grandiose Übernachtungsplätze. Aber auch auf den Campingplätzen machte das Übernachten Spass. Die Stellgebühren waren nicht besonders hoch (ca. 20,- bis 30,- Euro/Nacht). Dafür waren die Plätze immer an sehr netten Stellen gelegen und sehr sauber. Wir lernten auch immer andere Camper kennen und konnte mit ihnen unsere Erfahrungen austauschen.

Der grösste Vorteil aber war die Unabhängigkeit. Wir hatten auch diesmal kein Navi im Einsatz und sind alles nach Wegbeschreibung und Karte gefahren. Dadurch waren wir sehr spontan in der Planung unserer Reiseroute und entdeckten Dinge, die wir wahrscheinlich anders nicht entdeckt hätten.

Vom 17.bis 21.10.2018 fand der Caravan Salon Austria
in Wels statt. Nach unserer Reise waren wir schon neugierig auf die Messe. Auf der Messe waren unzählige Fahrzeuge ausgestellt und wir sahen uns die Fahrzeuge von innen an.

Nach der Messe waren wir wieder mal schlauer und kamen vor allem zu einer interessanten Erkenntnis: je günstiger die Mobile waren, desto zweckmässiger erschienen uns die Fahrzeuge. Die Kastenwagen waren zwar weniger geräumig als die Wohnmobile, dafür wirkte die Innenausstattung wesentlich solider und der Raum besser ausgenützt. Die seitliche grosse Schiebetür und die beiden Hecktüren sind ein zusätzlicher Vorteil bei der Belüftung und Beladung. In der mittleren Preisklasse gab es auch noch sehr interessante Fahrzeuge, hier wirkte die Innenausstattung manchmal sehr überkandidelt und nicht immer sehr solide. Das Problem ist, dass bei diesen Fahrzeugen sehr viel an Komfort reingepackt wird, das Gesamtgewicht die 3,5 Tonnen aber nicht überschritten wird - also wird hier manchmal sehr fragil gebaut.

Gespannt waren wir auch auf die Fahrzeuge der Top-Klasse. Es waren einige 7,5 Tonner ausgestellt - mit sehr luxuriös aussehendem Innenraum. Und gerade bei diesen Fahrzeugen gab es für mich ein KO-Kriterium ersten Ranges: eine WC-Schüssel, die mitten im Raum steht. Ein Fahrzeug setzte dem Gruseln noch eins drauf: Teppichboden im Innenraum (sogar bis unters WC)....uuuargh...